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  • Juan Orozco in seiner New Yorker Werkstatt
  • Orozco Model 15

Jede ARTESANO erzählt von einer lebenden Legende

Die Geschichte von Artesano Gitarren ist gleichzeitig die Geschichte des spanischen Gitarrenbauers Juan Orozco. Genauer gesagt: von Juan Orozco III, denn bereits sein Großvater baute in seinem Heimatland Spanien, der Wiege der Konzertgitarre, hochwertige Gitarren. Juan Orozcos Lebenslauf liest sich wie das Who is Who der Konzert- und Flamencogitarrenszene. Neben früheren Serien hat sich Don Juan - wie ihn seine Freunde heute ehrwürdig nennen - mit den neuen Artesano Gitarren ein weiteres Denkmal gesetzt.

 

1937

Die Anfänge in Spanien

Juan Orozco als Kind mit seinen Eltern in Granada. Rechts: Seine Schwester Amalia
Juan Orozco als Kind mit seinen Eltern in Granada. Rechts: Seine Schwester Amalia

In Valencia als einem der wichtigsten Zentren der spanischen Gitarrenbaukunst wird Juan Orozco 1937 geboren. Sein Vater ist damals bereits ein angesehener Gitarrenbauer, bestens bekannt mit weiteren renommierten Handwerkern. Für diese und viele berühmte Musiker ist das Haus der Familie Orozco später ein stets beliebter Treffpunkt in Madrid, ein weiteres Zentrum ihrer Zunft, in das die Familie 1944 hin umzog. Von klein auf geht Juan Orozco III bei seinem Vater in die Lehre und lernt von ihm, was dieser wiederum bereits von seinem Vater mit auf den Weg bekommen hat: Die hohe Kunst des Gitarrenbaus.

 

1948

"Die Indios versprachen uns gutes Geschäftspotential."

Juan Orozcos Vater besucht Ende der Vierzigerjahre in Spanien das Konzert eines damals noch nicht all zu berühmten Gitarrenduos aus Brasilien, um den Musikern seine Gitarren zu präsentieren. Sie erzählen ihm von ihrer Heimat und davon, dass man dort als Gitarrenbauer bestimmt gute Geschäfte machen könnte. Offensichtlich sind sie sehr angetan von der Güte der gezeigten Instrumente im Vergleich zu ihren eigenen aus Südamerika. 1949 folgt zunächst sein Bruder aus Frankreich, also Juan Orozcos Onkel, diesem Aufruf.

 

1950

São Paulo

1952, Juan Orozco spielte bei einem Auftritt mit seinem TrioZusammen mit seiner Familie folgt Juan Orozcos Vater 1950 seinem Bruder nach Brasilien. Und so lebt der junge Juan für einige Jahre in São Paulo.

1956

Montevideo

Familie Orozco zieht 1956 nach Uruguay, nachdem der Vater auf der Durchreise nach Argentinien das Land kennen und lieben gelernt hatte.
Juan studiert in der Hauptstadt Montevideo Architektur. Er will zunächst nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und baut während dieser Zeit keine Gitarren. Sein Vater hingegen betreibt hier seine Werkstatt und ist damals der einzige Gitarrenbauer in ganz Uruguay. Die lateinamerikanischen Musiker hatten offenbar nicht zu viel versprochen, als sie der Familie damals in Spanien vom Potential des hochwertigen Instrumentenbaus in ihrer Heimat vorschwärmten.

 

1960

Erste eigene Werkstatt

Im Alter von 23 Jahren besinnt Juan Orozco sich zurück auf seine Herkunft, beendet das Architekturstudium und gründet 1960 gemeinsam mit dem Eigentümer des größten Musikgeschäfts von Montevideo sein eigenes Unternehmen. Er baut seine erste eigene Werkstatt auf, eine kleine Gitarrenmanufaktur mit ein paar Angestellten.

 

1962

Trío Los Panchos

Gemeinsam mit dem Trio "Los Panchos" reist Juan Orozco 1962 für drei Wochen nach New York, um auch dort seine Gitarren anzubieten. Alle drei Musiker spielen Gitarren, die Ihnen Orozcos Vater Jahre zuvor gebaut hatte.

Eine Gitarre aus der eigenen Manufaktur, wie sie Orozco in New York bei sich hatte, kostet damals 35 Dollar. Einem Kunden bietet er 50 seiner Gitarren an. Dieser bittet Orozco, nicht zu scherzen und dann wieder zu kommen, wenn er 1.000 Gitarren anzubieten hätte. Glücklich über die erfolgreichen Geschäfte kehrt der junge Gitarrenbauer mit vollen Auftragsbüchern nach Uruguay zurück.

Während er immer mehr Gitarren aus eigener Werkstatt in die USA verkauft, werden die wirtschaftlichen Verhältnisse in Uruguay immer schwieriger und damit der Wechselkurs zum US-Dollar immer ungünstiger für ihn. Schließlich wird Orozco gefragt: Warum kommst Du nicht nach New York?

 

1964

New York

Juan Orozco als Kind mit seinen Eltern in Madrid. Rechts: Seine Schwester Amalia
Juan Orozco in seiner Werkstatt mit Erundi vom Duo "Los Indios Tabajaras"

Juan Orozco lässt das Leben in Uruguay hinter sich und zieht 1963 im Alter von 27 Jahren nach New York City. Von Oktober bis Februar des Folgejahres arbeitet er als Gitarrenbauer für das nach seinem Eigentümer benannte Musikgeschäft "Noah Wolf" in der 48th Street, jene Straße in New York, die bis heute viele namhafte Geschäfte für Musikinstrumente beherbergt, darunter Sam-Ash.
In dieser Zeit baut Juan Orozco die Gitarren für das damals berühmteste aller Gitarrenduos "Los Indios Tabajaras".

Die Musiker haben auch eine starke persönliche Verbindung zu Juan Orozco: Einer der beiden, Musa Pere, wird der Patenonkel von Orozcos Tochter.

 

1965

Dank Indios Tabajaras wieder selbstständig

Sie spielten Juan Orozco Gitarren und verkauften Millionen Platten: "Los Indios Tabajaras"
Sie spielten Juan Orozco Gitarren und verkauften Millionen Platten: "Los Indios Tabajaras"

Los Indios Tabajaras spielen ihre Platte "Casualy Classic" mit den von Juan Orozco gebauten Gitarren ein.
Von den 1600 Dollar, die er für die Gitarren bekommt, macht sich Orozco 1965 wieder selbstständig und richtet sich in der 48th Street No 156 eine eigene Werkstatt ein (an diesem Ort bis 1970). Schnell ist klar, dass sich mit der Reparatur an Instrumenten noch weit besseres Geld verdienen lässt als mit deren Neubau, so dass Orozco sich darauf und auf den Handel mit hochwertigen Konzert- und Flamencogitarren konzentriert. Einige wenige handgefertigte Gitarren für erlesene Kundschaft entstehen jedoch weiterhin.

 

 

1968

Aranjuez Strings

Unter dem Namen Aranjuez bietet Juan Orozco 1968 erstmals hochwertige Saiten für Konzert- und Flamencogitarren an. Wie kam es dazu?
Das New York Ende der Sechzigerjahre ist ein Schmelztiegel der Kulturen: So ist es nicht weiter verwunderlich, dass neben Orozco einige weitere Instrumentenbauer aus Spanien und Italien dort ihr Glück versuchen, darunter die Saitenhersteller D'Addario und Augustine, oder auch die Jazzgitarrenbauer D'Angelico und D'Aquisto.
Orozcos Werstatt ist zum damaligen Zeitpunkt bereits ein Magnet der New Yorker Gitarrenszene, man kennt sich und tauscht sich aus. Als Orozco die Saitenproduktionen seiner Einwanderer-Kollegen und deren Klangphilosophien näher kennenlernt - und von beidem wenig überzeugt ist, beschließt er, eigene Saiten nach seinen Vorstellungen zu fertigen. Aranjuez Strings - The Strings of the Masters - waren geboren.

Konzertreihen - Meisterkurse

Ebenfalls 1968 initiiert Orozco unter dem Namen "New Talents in Concert" und "Juan Orozco presents: ..." eine Veranstaltungsreihe für Klassikgitarren- und Flamencokonzerte. In diesem Rahmen beginnt er, die bedeutendsten Gitarrenspieler und Vertreter "seines" Genres für Konzerte nach New York zu holen.
Im selben Jahr entstehen die letzten Gitarren, die der Handwerker Juan Orozco vollständig selbst baut.

1969

Japan

Die ersten Gitarren der japanischen Firma Aria gelangen in die USA. Orozco ist derart angetan von der hohen Qualität, dass er eine Reise nach Japan bucht mit dem Ziel, dort Gitarren für sein Ladengeschäft einzukaufen. Drei Tage vor Antritt der Reise betritt ein Kunde sein Geschäft und fragt nach neuen Saiten für seine Gitarre. Die Gitarre ist ebenfalls aus Japan, auf dem Zettel in der Gitarre steht "Kohno". Erneut ist Orozco beeindruckt von der Güte der Gitarre. Er notiert sich die Adresse, die auf dem Zettel steht.
Ohne auch nur ein Wort japanisch zu sprechen, steht Orozco wenige Tage später bei Kohno vor der Tür. Die beiden freunden sich an, Kohno verwendet fortan Aranjuez Saiten auf seinen Gitarren und vertreibt diese in Japan. Orozco tauscht mit Kohno wertvolles Fachwissen, aus dem später die besten Konzertgitarren der damaligen Zeit hervorgehen sollen.
Während dieser Japanreise nimmt Orozco außerdem an einem spannenden Experiment teil, bei dem die Klangcharakteristika von 15 Gitarren blind miteinander verglichen werden, darunter Instrumente von Fleta, Hermann Hauser, José Ramirez und Kohno. Dieser Vergleich bestätigt Orozco darin, mit letzterem zusammen zu arbeiten.

1970

Orozcos "Guitarreria" bestes Musikgeschäft in New York

Die Geschäfte laufen gut. Orozco muss seine Werkstatt in der 48th Street aufgeben und bezieht neue Räume in No 156 West 56th Street (bis 1979), direkt hinter der Carnegie Hall, nur 40 Meter entfernt vom renommierten Sheraton Hotel. Auch am neuen Standort genießt seine "Guitarreria" hohes Ansehen. In mehreren Ausgaben eines Buches, dass die besten und bedeutendsten Locations New Yorks listet, wie beispielsweise die besten Restaurants und Hotels, die wichtigsten Museen, die spannendsten Bars, wird die Guitarreria von Juan Orozco als bestes Musikinstrumentengeschäft der Stadt geführt.

Harry Belafonte oft zu Besuch

Harry Belafonte, dessen Büro damals gleich um die Ecke in der 57th Street liegt, ist oft zu Besuch in Orozcos Werkstatt. Einmal auch Boxerlegende Muhammad Ali, der es sich nicht nehmen ließ, mal vorbei zu schauen.

Aranjuez Strings in über 70 Ländern - Boosey übernimmt Vertrieb in Europa

Bereits zwei Jahre nach Einführung von Aranjuez Strings verkauft Juan Orozco 1970 seine Saiten international und ist in über 70 Ländern auf der ganzen Welt vertreten. Alles deutet darauf hin, dass er bei der Entwicklung von Aranjuez Saiten vieles richtig gemacht zu haben scheint. Sein enger Kontakt zu den weltbesten Gitarristen ist dabei ein wichtiger Schlüssel: Er kennt die Bedürfnisse der Profis sehr genau und versteht es, deren hohen Ansprüchen an Gitarrensaiten mit der Qualität von Aranjuez gerecht zu werden.
Das renommierte englische Unternehmen Boosey & Hawkes übernimmt den Exklusivvertrieb für Aranjuez Saiten in Europa (bis 1982).

1972

Yepes, Bitetti und andere Meisterkonzerte

Zeitungsauschnitt von 1972
Zeitungsauschnitte von 1972

Die Konzertreihen "Juan Orozco presents" und "presented by Aranjuez Strings" laufen 1972 bereits auf Hochtouren. Orozco holt die bedeutendsten Vertreter des Genres in die berühmte Carnegie Hall und andere renommierte Auftrittsorte. Regelmäßig sind die Konzerte ausverkauft.

Neben Narciso Yepes und Ernesto Bitetti sind in diesem Jahr u. a. Rordrigo de Zayas (Laute) mit Anne Perret (Mezzosopran), Manolo Sanlucar mit Enrique Morente (Flamenco-Sänger), Jorge Morel und Victor Monge "Serranito" mit von der Partie. Letzterer konzertiert drei Abende in Folge.

 

1973

Zabaleta, Montoya u. v. a.

Die Konzerterfolge gehen weiter: 1973 und in den darauf folgenden Jahren treten folgende Künstler in Orozcos Konzertreihen auf, viele von Ihnen geben in diesem Zusammenhang und oft in Orozcos Räumlichkeiten außerdem Meisterkurse in New York: Nicanor Zabaleta, Rey de la Torre, Rordrigo de Zayas (Laute) mit Anne Perret (Mezzosopran), Flamenco-Legende Carlos Montoya.

 

1976

Mass Hirade

Auf einer weiteren Japanreise 1976 trifft der spanische Gitarrenbauer auf Mass Hirade, der zu diesem Zeitpunkt seit einigen Jahren mit seiner großen Gitarrenfachkenntnis dazu beigetragen hat, das Unternehmen Takamine international erfolgreich zu machen. Orozco erwirbt die original Maschinen und Vorrichtungen, die Hirade für den Bau seiner renommierten Konzertgitarren verwendete. Bis heute befinden sich diese im Besitz von Juan Orozco, mittlerweile auf Puerto Rico.

Jorge Cafrune

Juan Orozco presents: Jorge Cafrune! Der argentinische Folkloresänger, dessen spannendes Leben ganze fünfmal verfilmt wurde, gibt ein Konzert in der Alice Tully Hall im Lincoln Center in New York. Der Ticketverkauf findet wie immer in der Guitarreria Orozco statt.
Im Februar 1978 kommt Cafrune durch einen Verkehrssunfall ums Leben. Für April hatte Orozco ein weiteres Konzert mit dem Ausnahmekünstler in der Town Hall geplant.

 

1977

Orozco Gitarren - Vorreiter der heutigen Artesano Gitarren

Auszug aus dem Orozco Katalog von 1979
Auszug aus dem Orozco Katalog von 1979

In den Jahren 1977 bis 1981 lässt Orozco, der mittlerweile sein eigenes Büro in Tokyo betreibt, nach seinen Vorgaben hochwertige Gitarren in Japan vorfertigen, die er anschließend in seiner eigenen Werkstatt veredelt. Die Manufaktur, in der die Basisgitarren entstehen, gehört Hoshino Gakki, dem Gründer von Tama Drums. Es werden dort 120 - 130 Edelgitarren im Monat gefertigt, davon jeweils 75 Stück für Juan Orozco. Hier entstehen seine berühmtesten Modelle mit den Nummern 8, 10 und 15.Die "Paten" der neuen Artesanos, das Modell 8, 10, und 15 von Juan Orozco

 

 

 

Die übrigen Modelle der Produktion werden für Kohno und Sakurai gebaut.
Orozco Gitarren aus dieser Zeit sind heute begehrte Sammlerstücke. 1980 kostet das Modell 8 rund 280 Dollar, Modell 10 gibt es für rund 450 Dollar, und für das Topmodell 15 mit Riopalisander für Boden und Zargen muss ein Musiker damals 500 - 600 Dollar ausgeben. Heute können die Instrumente, je nach Zustand, das bis zu Zehnfache wert sein.
Anfangs verwendet Orozco ein Kopfprofil im Stil von Fleta, später steigt er auf sein eigenes Design um, das den berühmten Diamanten als krönenden Abschluss trägt und das heute auf Artesano Gitarren wieder Verwendung findet. Typisch für die Instrumente der damaligen Zeit sind auch der konisch zulaufende mittlere Teil des Steges und die einzigartige Holzeinlage um das Schallloch, die so genante Rosette.

Los Romeros

Neben Manuel Barrueco, Manolo Sanlucar und vielen weiteren Meistern der Konzertgitarre lässt Juan Orozco 1977 im Rahmen seiner erfolgreichen Konzertreihe erstmals auch Los Romeros auftreten, die "Royal Family of the Spanish Guitar" mit Celedonio Romero und seinen drei Söhnen Celin, Pepe und Angel.
Zeitungsausschnitt von 1977 über das Konzert der Los Romeros
In der Carnegie Recital Hall treten außerdem auf: Miguel Angel Girollet, Michael Dadap, Andres Batista und Dennis Koster.

"New Talents of the Guitar"

Mit einer neuen Konzertreihe für junge Künstler fördert Orozco "sein" Genre nachhaltig. 1977 treten folgende Künstler in der Carnegie Recital Hall im Rahmen von Orozcos "New Talents of the Guitar" auf: Ronald Radford, Derick Draper, John de Chiaro, Silas Antonio, Edgar Mönch, Vincent Fraioli und Carlos Lomas.

Ehrung durch den König

Aufgrund seines wichtigen Beitrags zur Verbreitung der spanischen Kultur bekommt der Gitarrenbauer Juan Orozco 1977 vom Spanischen König Juan Carlos I. das Offizierskreuz des Bürgerverdienstordens verliehen.

 

1978

Weitere Konzertreihen

Kein Jahr vergeht, ohne dass Juan Orozco namhafte Künstler im Rahmen seiner eigenen Konzertreihen auftreten lässt. 1978 sind dies u. a. der Gitarrist Eric Norman und die Sopranistin Maria Luisa Rangel.

Juan Orozco mit Andres SegoviaJuan Orozco mit Salvador Dali

1979

Eigener Konzertsaal, Meisterkurse

Anzeige 1979 "Umzug nach Soho"
Anzeige 1979 "Umzug nach Soho"

Erneut muss Orozco seine Räumlichkeiten den neuen Gegebenheiten anpassen. 1979 wird er im Stadtteil Soho fündig: Im 14. Stock der No 151 der 6th Avenue, der "Avenue of the Americans", einem wunderschönen Gebäude an der Ecke zur Spring Street, richtet er sich auf 1.600 Squarefeet neu ein.
Er gründet das "National Guitar Institute", in dem über die Jahre 78 Gitarrenlehrer unterrichten und in dem Meisterkurse gegeben werden. Die meisten der Künstler, die Orozco für Konzerte nach New York holt, geben in diesem Rahmen ihre Meisterkurse, so beispielsweise Narciso Yepes.
Ein kleiner angeschlossener Saal ermöglicht Konzerte direkt neben der Werkstatt.
Auch Aranjuez Saiten werden nun an dem neuen Standort hergestellt.

Aranjuez Gitarren

Wegen einer Fehllieferung von Konzertgitarren aus Japan, reist Orozco 1979 nach Holland, wo die Instrumente während ihrer Reise zwischengelagert werden. Er muss feststellen, dass rund 3500 Gitarren mit Sperrholzdecken an Stelle der bestellten massiven Decken gefertigt wurden. Da er nicht möchte, dass diese Gitarren unter seinem Namen verkauft werden, verwendet er für sie den Namen "Aranjuez", bevor die Instrumente mit entsprechenden Einklebezetteln an seinen Aranjuez-Saiten-Vertrieb Boosey & Hawkes geliefert werden.
Es war das einzige Mal, dass Juan Orozco Gitarren mit dem Namen Aranjuez in den Handel brachte.

 

1982

La Guitarreria, Paris

Orozco eröffnet 1982 eine Dependence in Paris, das Gitarrenfachgeschäft "La Guitarreria". Es existiert bis heute.

Erneut präsentiert Orozco die Weltklassegitarristen Angel Romero und Narciso Yepes im Rahmen seiner Konzertreihen und veranstaltet mit ihnen Meisterkurse.

1983

Paco de Lucia, Manuel Barrueco

Pepe Romero und Manuel Barrueco mit OrozcoPaco de Lucia gibt ein Konzert beim Musikfestival in Arles, Frankreich, powered by Aranjuez Strings.

Orozco präsentiert Manuel Barrueco in New York.

1984

Yepes und die Harfe

Carnegie Hall: Narciso Yepes mit Nicanor Zabaleta geben erstmals ein Konzert als Duo, Yepes an seinem Markenzeichen, der 10-saitigen Gitarre, Zabaleta an der Harfe. Orozco veranstaltet außerdem Konzerte mit Carlos Barbosa-Lima und Pepe Romero.
Orozcos "The Spanish Institute" mit "The Manhattan Institute for the Guitar" (Direktor: Narciso Yepes) präsentieren erstmals Don Witter.

1986

Erste Artesano Gitarren

Nach ähnlichem Prinzip, wie er es damals bei den Gitarren aus Japan anwandte, lässt Orozco in den Jahren 1986 - 1994 Gitarren, diesmal in Spanien, vorfertigen, die er dann wieder in eigener Werkstatt veredelt. Die Instrumente kommen unter dem Namen "Artesano" in den Handel. Die damalige Modellpalette richtet sich vorwiegend an Schüler, ambitionierte Laien, Semi-Profis und Gitarrenlehrer.

 

1989

Puerto Rico

Den Produktionsstandort für Aranjuez verlegt Orozco 1989 auf die US-Amerikanische Insel Puerto Rico. Das spanische Lebensgefühl dort entspricht seinen Vorstellungen von Zuhause-Sein. Bis heute werden die Saiten auf der Karibikinsel hergestellt, und der Gitarrenbauer hat dort seine neue Heimat gefunden.

 

2000

Aranjuez Strings present: "The New Talent of Guitar"

Aranjuez Strings präsentiert "The New Talent of Guitar" mit Künstlern wie Francisco Roldan, Berta Rojas, Antigoni Goni und Franco Platino auf.

Nach wie vor hat Orozco ein Talent für Talente: In der Weill Recital Hall at Carnegie Hall, New York, treten aufstrebende Künstler auf, die er mit Aranjuez Strings präsentiert, darunter Francisco Roldan und Berta Rojas.

Im Jahre 2001 treten im selben Rahmen Antigoni Goni und Franco Platino auf.

 

2010

Artesano - Inspiración de Juan Orozco

Mit stolzen 73 Jahren will es der erfahrene Gitarrenbauer noch einmal wissen: Unter der Überschrift "Artesano - Inspiracíon de Juan Orozco" ruft er eine neue Serie von Konzertgitarren ins Leben, mit denen er sich ein weiteres Denkmal setzt. Das Design der Instrumente knüpft direkt an die erfolgreichsten Orozcos aus den Jahren 1979-81 an. Als wichtigste Gestaltungsmerkmale werden das Kopfprofil, der konisch zulaufende Steg und die Schalllochrosette übernommen; alles Merkmale, die heute auf jeder der neuen Artesano Gitarren zu finden sind.
Die Instrumente aus der Sonata Serie bilden dabei das Kernsortiment von Artesano.

ARTESANO - INSPIRACIÓN DE JUAN OROZCO - eine neue Generation klassischer Konzertgitarren, gebaut für alle Generationen von Gitarrenfreunden und alle, die es werden wollen.